Strömungssimulation zur Verbesserung der Sitzposition Bilder: HLRS
In der Produktgestaltung und -optimierung können Simulationstechnologien wertvolle Hilfestellungen geben. Was im Bereich der kleinen und mittelständischen Unternehmen oft noch fehlt, um diese Technologien sinnvoll zu nutzen, ist der richtige Einstieg dazu. Helfen kann dabei beispielsweise die Sicos BW GmbH.
Strömungssimulation zur Verbesserung der Sitzposition Bilder: HLRS
Hilfe für KMU beim Einsatz von Simulationstechnologien

Nicht zurückschrecken lassen

Höchstleistungsrechner Cray am HLRS
Höchstleistungsrechner Cray am HLRS

Mit Simulationstechnologien ist es möglich, die zeit- und kostenintensive Herstellung und Prüfung realer Prototypen oder Systeme zu ersetzen. Dabei sind die Parameter zu Test- und Forschungszwecken jederzeit veränderbar, sodass Experimente beliebig oft beeinflusst, wiederholt und verglichen werden können. Dies machen sich viele große Unternehmen schon tagtäglich zunutze und halten damit ihre Investitionen für Neu- und Weiterentwicklungen so gering wie möglich. Ein Großteil der KMU nutzt dieses Potenzial dagegen bislang nicht ausreichend und verschenkt damit Wettbewerbsvorteile, die aufgrund der heutigen Zeit- und Qualitätsaspekte in der Produktentwicklung entscheidend sein können. Meist mangelt es dabei nicht an den Umsetzungsideen, sondern am richtigen Einstieg. Denn bei allen Vorzügen bringen Simulationstechnologien Anforderungen mit sich, die KMU oftmals zurückschrecken lassen: Die Technologien sind häufig sehr anspruchsvoll in Bezug auf die erforderlichen Rechnerkapazitäten und müssen dementsprechend manchmal sogar in großen Rechenzentren betrieben werden. Die dafür notwendigen Investitionen übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der Unternehmen meist. Darüber hinaus verfügen KMU selten bereits über das notwendige technische Know-how, um dann auch direkt effizient arbeiten zu können.

Ungenutztes Potenzial erschließen

Um den richtigen Zugang zur Simulation zu finden, gibt es deshalb Partner, die KMU auf ihrem Weg unterstützen, wie beispielsweise die Sicos BW GmbH mit Sitz in Stuttgart. Sie hilft Unternehmen dabei, einen Überblick über die vorhandenen Angebote und Möglichkeiten in Sachen Simulationstechnologien zu bekommen. 2011 vom Karlsruher Institut für Technologie und der Universität Stuttgart gegründet, richtet sie sich speziell an KMU – schwerpunktmäßig in Baden-Württemberg, aber auch bundesweit. Dabei arbeitet Sicos nicht gewinnorientiert. Das heißt, dadurch, dass das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg unterstützend im Hintergrund steht, ist die Beratungsdienstleistung neutral und kostenlos.

Unterstützung bis zur eigenständigen Simulation

Besteht nach der ersten Informationsweitergabe ein weitergehendes Interesse, ist eine anknüpfende Hilfe bezüglich Anwendungsmöglichkeiten, verschiedenen Werkzeugen oder auch in Bezug auf den Zugang zu Höchstleistungsrechnern möglich. So bieten große Höchstleistungsrechenzentren – wie zum Beispiel das Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) – ihre Rechnerkapazitäten zu rein-nutzungsbasierten Preisen an. Darüber hinaus stehen Forschungsinstitute, Softwarehersteller und Dienstleister sowie spezielle Branchen-orientierte Simulationszentren für Kooperationen zur Verfügung. Kann das beratene Unternehmen schlussendlich die Simulation eigenständig oder mit passenden Partnern in seinen Entwicklungsprozess einbinden, ist das Ziel von Sicos BW erreicht.

Dieses Ziel ist dabei nicht nur im Industrie- und Technologiesektor, sondern für alle Branchen denkbar: So zählen beispielsweise die Bereiche Wirtschaft und Finanzen durchaus zu möglichen Anwendungsfeldern – wenn es zum Beispiel darum geht, schnell Strukturen in großen Datenmengen zu finden. Die Hauptanwendungsfelder sind und bleiben allerdings der Automobil- und Fahrzeugbau, Bauen und Gebäudetechnik, Biotechnologie und Medizintechnik, Chemie und Pharmazie, Elektronik und Elektrotechnik, Energie und Umwelt, Luft- und Raumfahrt, Maschinen- und Anlagenbau sowie die Transportbranche.

EU-Förderprogramm

Sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene gibt es zudem zahlreiche Förderprogramme, die auf finanzieller Seite Unterstützung geben. Mit Fortissimo existiert ein eigenes EU-Projekt dazu. Es wurde 2013 von 45 Unternehmen und Institutionen ins Leben gerufen, um kleinen- und mittelständischen Unternehmen in Europa den Zugang zu Simulationstechnologie auf Höchstleistungsrechnern in der Produktentwicklung zu ermöglichen. Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe konnten sich für eines der mehr als 40 branchenspezifischen Anwendungsexperimente bewerben und arbeiten mittlerweile an ihren Projekten. Ein Nachfolgeprojekt wurde bereits genehmigt und ist Anfang November mit 38 Partnern angelaufen. Gesucht werden neue Anwendungsfälle von Simulationstechnologie sowie Big Data Analytics in den Bereichen Engineering und Produktion, die die Fortissimo HPC Cloud-Infrastruktur nutzen werden. Projekte können dafür aus den Bereichen Gießtechnik, Umweltschutz, Maschinenbau, Flugzeugdesign, Automobil oder Mechatronik kommen; aber auch Vorschläge für neue Anwendungen sind willkommen. Im Verlauf des Projektes werden drei Ausschreibungen für in Summe etwa 35 Experimente zu Anwendungen im HPC-Simulationsbereich und zu Big Data Analytics durchgeführt, sodass am Ende voraussichtlich etwa 100 Projektpartner dabei sein werden. I

Der Autor: Dr. Andreas Wierse, Geschäftsführer, Sicos BW

Info & Kontakt

Sicos BW GmbH, Stuttgart

Tel.: +49.711.2172828-0

info@sicos-bw.de

www.sicos-bw.de

Direkt zu den Ansprechpartnern:

http://t1p.de/zb75

04.12.2015


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