SKF will das leistungsfähigste Großlager-Prüfzentrum der Welt im Jahr 2017 in Betrieb nehmen (Bilder: SKF)
Am Standort Schweinfurt wird SKF das leistungsfähigste Großlager-Prüfzentrum der Welt errichten. Das Prüfzentrum soll dazu beitragen, große Wälzlager für alle Industriezweige deutlich wirtschaftlicher und ressourcenschonender zu produzieren und die Zuverlässigkeit und Lebensdauer solcher Lager signifikant zu steigern.
SKF will das leistungsfähigste Großlager-Prüfzentrum der Welt im Jahr 2017 in Betrieb nehmen (Bilder: SKF)
SKF baut in Schweinfurt das wohl leistungsfähigste Großlager-Prüfzentrum der Welt

Lagerauslegung optimieren

Der gigantische Prüfstand mit Schwerpunkt Windenergie wird der weltweit wohl erste sein, der nicht nur ein einzelnes Hauptlager für Windturbinen, sondern gleich die komplette Lagerungseinheit testen kann
Der gigantische Prüfstand mit Schwerpunkt Windenergie wird der weltweit wohl erste sein, der nicht nur ein einzelnes Hauptlager für Windturbinen, sondern gleich die komplette Lagerungseinheit testen kann
Auch der neue Prüfstand zum Testen von Großlagern für Industriebereiche wie Schiffbau, Bergbau oder Zement und Stahl soll wichtige Erkenntnisse für die Verbesserung der heute verfügbaren rechnerischen Simulationsmodelle liefern und Einblicke in bisher unzugängliche Abläufe ermöglichen
Auch der neue Prüfstand zum Testen von Großlagern für Industriebereiche wie Schiffbau, Bergbau oder Zement und Stahl soll wichtige Erkenntnisse für die Verbesserung der heute verfügbaren rechnerischen Simulationsmodelle liefern und Einblicke in bisher unzugängliche Abläufe ermöglichen

Das neue SKF Testcenter für Großlager wird auf dem Gelände von Werk 3 in Schweinfurt entstehen. Dort installiert die Augsburger Renk Test System GmbH zwei neue Prüfstände in einem futuristisch anmutenden Zwillingsgebäude. Das Land Bayern und der Bund fördern das Projekt mit zusammen mehr als 3 Mio. Euro.

Dazu Bernd Stephan, Senior Vice President Group Technology Development bei SKF: „Wir sind Bund und Land sehr dankbar für ihre Unterstützung und freuen uns sehr, dass unser Vorhaben dadurch verwirklicht werden kann. Dank des neuen Testzentrums werden wir unseren Kunden bessere Großlager liefern können: Wir werden dort maßgeschneiderte, anwendungsspezifische Lösungen entwickeln, die sich insbesondere durch ihre überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit und höhere Effizienz auszeichnen. Durch die einzigartigen Fähigkeiten der neuen Prüfstände lassen sich beispielsweise die dafür notwendigen Lebensdauertests deutlich schneller durchführen als das bisher möglich war. Das spart nicht nur viel Zeit und Geld, sondern auch Energie. Außerdem planen wir, die Abwärme der Prüfeinrichtungen per Wärmerückgewinnungsanlage zu nutzen. Das wird die Energiebilanz des Testzentrums weiter optimieren."

Experten bei SKF rechnen damit, dass das Testzentrum eine weitere Optimierung der Lagerauslegung ermöglicht: Auf Basis neuer Erkenntnisse aus den Tests dürfte sich die Lagerauslegung genauer an die späteren Betriebsbedingungen anpassen lassen. Aus diesem Grund sieht der Hersteller auch Einsparpotenziale beim Materialeinsatz.

„Das neue Testzentrum ist also nicht nur ein weiteres herausragendes Bekenntnis zum Hochtechnologie-Standort Schweinfurt, sondern auch ein High-Tech-Bekenntnis zu unseren erfolgreichen Umweltschutzanstrengungen", so Manfred E. Neubert, Vorsitzender der Geschäftsführung der SKF GmbH. „Es wird unseren Kunden helfen, die Effizienz und Zuverlässigkeit ihrer Anlagen zu steigern und uns in die Lage versetzen, unsere Großlager effizienter zu produzieren. Unter dem Strich werden auf beiden Seiten wertvolle Ressourcen geschont. Somit passt das innovative Prüfzentrum perfekt zur unserer Öko-Life-Cycle-Strategie BeyondZero", betont Neubert.

Die komplette Lagerungseinheit testen

Das neue Prüfzentrum wird aus zwei sich ähnelnden Gebäudekomplexen bestehen, wobei jeder Flügel etwa 80 x 20 m misst. Einer dieser Flügel nimmt technische Hilfseinrichtungen auf; im anderen Flügel kommen zwei bereits vorhandene SKF Testeinrichtungen sowie die beiden brandneuen Prüfstände unter. Der „monumentalere" der beiden Neuzugänge eignet sich besonders gut für Großlager im Bereich der Erneuerbaren Energien, während der andere vornehmlich der Prüfung von Großlagern für Industriebereiche wie z. B. Schiffbau, Bergbau oder auch Zement und Stahl dient.

Der gigantische Prüfstand mit Schwerpunkt Windenergie wird der weltweit erste sein, der nicht nur ein einzelnes Hauptlager für Windturbinen, sondern gleich die komplette Lagerungseinheit (inklusive Umbauteilen des Anwenders) testen kann. Dabei ist er bereits auf Konstruktionen vorbereitet, wie sie beispielsweise für kommende Generationen von Multi-MW-Windturbinen zu erwarten sind. Konkret heißt das, dass dieser Prüfstand Lager mit einem Außendurchmesser von 4,5 m (in einer weiteren Ausbaustufe sogar 6 m) aufnehmen kann. Die riesigen Lager können in alle Richtungen dynamisch mit Kräften beaufschlagt werden, die in ihrer Kombination um ein Vielfaches höher liegen als bei der bislang stärksten verfügbaren Prüfanlage. Damit lassen sich extreme dynamische Lasten sehr realitätsnah simulieren. Außerdem ermöglicht der Prüfstand deutlich höhere Test-Drehzahlen als bisher bekannt.

Der neue Prüfstand für andere Industriebereiche wird der erste sein, der sich für alle denkbaren Großlager-Designs eignet. Auch er erzielt Lasten und Rotationsgeschwindigkeiten, die ein Vielfaches des bis dato Verwirklichten darstellen. So macht die Kombination von hohen Drehzahlen und extremen Lasten selbst den kleineren der beiden neuen SKF Prüfstände wohl weltweit konkurrenzlos. „Dank seines noch nie erreichten Leistungsbereichs wird auch dieser Prüfstand wichtige Erkenntnisse für die Verbesserung der heute verfügbaren rechnerischen Simulationsmodelle liefern und Einblicke in bisher unzugängliche Abläufe ermöglichen", erklärt Dr. Martin Göbel, Leiter des Gesamtprojekts. Durch diese Vorzüge werde das Testzentrum ein bahnbrechendes Instrument, um Anwendern in verschiedenen Industriezweigen den Weg in eine effizientere Zukunft zu ebnen.

Mit dem Bau der Anlage will das Unternehmen noch im Sommer dieses Jahres beginnen. Die technische Pionierleistung soll im Jahr 2017 ihren Betrieb aufnehmen.

Achema, Halle 11.0, Stand A13

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SKF, Tel.: 09721 56-0, marketing@skf.com

06.05.2015


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