Intuitives Fingerspitzengefühl

Uwe Burk, Solidworks, Country Manager Central Europe, Haar


(hn) Solidworks ist einer der Global Player im Sektor CAD. Gegründet im Jahr 1993 erfolgte die Übernahme durch DS Dassault Systèmes in 1997. Heute realisiert DS mehr als ein Viertel seines Umsatzes durch Solidworks-Lösungen. Den Bereich Zentraleuropa verantwortet Uwe Burk. KEM hat mit dem Country Manager über die strategischen Weichenstellungen gesprochen.  

 

KEM: Herr Burk, wie hat sich der Bereich Zentraleuropa in 2009 im Vergleich zu Americas und Asia Pacific geschlagen?

Burk: Zentraleuropa stellt einen der weltweit wichtigsten Märkte für Solidworks dar. Bei Großkunden, den so genannten Global Accounts, arbeiten wir beispielsweise länderübergreifend zusammen und nutzen dabei effizient alle Ressourcen bei Solidworks und unseren Vertriebspartnern. Dies wirkt sich positiv auf die Vertriebsstruktur aus und kommt global agierenden Kunden sehr entgegen. Zudem hat DS Solidworks durch sein vorausschauendes Handeln im Hinblick auf die Weiterentwicklung seiner Produkte und dem erweiterten Serviceangebot unserer Vertriebspartner für viele Kunden und Neukunden einen klaren Mehrwert geschaffen. Diese Strategie hat sich ausbezahlt. So konnten wir auch in einem geschäftlich schwierigen Jahr weitere Marktanteile hinzugewinnen.


KEM:  Wieviele der rund 115 000 Solidworks-Kunden setzen neben Solidworks Premium auch Simulationssoftware ein?

Burk: Alle. Premium steht für das umfangreichste Solidworks Software-Paket und enthält bereits grundlegende Simulationsfunktionen. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden zusätzliche Add-ons wie Simulation Professional oder Flow Simulation für die Strömungsanalyse an. Wir spüren einen zunehmenden Bedarf integrierter Lösungen zur Konstruktionsprüfung und planen hier auch im kommenden Geschäftsjahr einen Zuwachs im deutlich zweistelligen Bereich.


KEM: Die Software Solidworks Workgroup PDM ist für Arbeitsgruppen geschaffen worden. Ist der Nutzen dieses Moduls für die Anwender transparent genug?

Burk: Workgroup PDM ist in jeder Solidworks-Lizenz enthalten und bietet hilfreiche Funktionen für die Zusammenarbeit, deren Nutzen sofort im Entwicklungsprozess spürbar ist. Unternehmen, die jedoch über mehrere Standorte weltweit verteilt agieren, die von einem automatisierten Arbeitsablauf profitieren möchten oder die erweiterten Server Funktionen benötigen, sollten Solidworks Enterprise PDM implementieren. Das PDM-System eignet sich für Unternehmen jeder Größe und sorgt für die sichere unternehmensweite Nutzung, Verwaltung und Wiederverwendung aller relevanten Produktdaten.


KEM: Die Version Solidworks 2010 beinhaltet neuerdings das Umwelt-Modul Sustainabilityxpress. Ist das eine Alleinstellung?

Burk: Ja, Solidworks bietet mit diesem Modul als erstes Unternehmen nicht nur eine integrierte Funktion sondern auch eine Datenbank mit allen Informationen zur Bewertung der Umweltverträglichkeit von Konstruktionen an. Wie immer bei Solidworks Produkten muss man kein Spezialist sein, um die Software bedienen und die Ergebnisse auszuwerten zu können. Dennoch stehen dem Anwender moderne Funktionen zur Verfügung, die für eine nachhaltige Konstruktion unentbehrlich sind. Über die Informationsanzeige sieht der Anwender auf einen Blick die Ergebnisse, die den Lebenszyklus eines Produktes anhand von vier Faktoren bewerten: der CO2-Bilanz, den Auswirkungen auf Luft und Wasser sowie dem Energieverbrauch. Schätzungen der Europäischen Kommission zufolge gehen zirka 80 Prozent aller produktbezogenen Umweltauswirkungen auf die Konstruktion zurück. Daher war es wichtig, eine Lösung zu finden, die im Entwicklungsprozess so früh wie möglich ansetzt. Mit Solidworks Sustainability differenzieren wir uns zudem von anderen Anbietern, deren Lösungen beispielsweise Umweltdaten aus externen Datenbanken hinzuziehen müssen.  

 

KEM: Im Bereich konstruktionsnahes Berechnen gibt es die Alternative Interface contra Integration. Welche Strategie verfolgt Solidworks?

Burk: DS Solidworks verfolgt bei all seinen Produkten den Ansatz der Integration. Für die Anwender heißt das, keine Probleme mit Schnittstellen und das Arbeiten auf der gewohnten Benutzeroberfläche mit vertrauter Menüführung und bekannten Symbolen. Auch zeitaufwändige und fehlerbehaftete Datentransfers lassen sich auf diese Weise vermeiden. Der Kunde startet die entsprechende Funktion und kann direkt im Entwicklungsprozess die Konstruktionsprüfung vornehmen. Die Vorteile sind vielfältig: Zum einen lässt sich der Konstruktionsprozess straffen und damit Zeit und Geld sparen. Zum anderen wird die Produktqualität höher, da sich schneller alternative Konstruktionen testen lassen. Ein weiterer Pluspunkt ist die Tatsache, dass sich durch frühzeitige Simulationen die Anzahl der Prototypen deutlich reduzieren, in vielen Fällen sogar komplett eliminieren lässt.  

KEM:  Profitabel sein, heißt, für schnelle Marktreife sorgen, heißt aber auch, schnell den Umstieg auf Solidworks meistern. Gibt es neutrale Untersuchungen dazu?

Burk: Wenn es um die intuitive Bedienbarkeit und eine kurze Lernkurve geht, sprechen die Erfahrungsberichte unserer Kunden für sich. Sie haben nach ihren Kriterien Anforderungskataloge für ihre eigenen ROI- oder TCO-Berechnungen erstellt. Da wir hier von Solidworks-Kunden sprechen, sind diese Untersuchungen wohl nicht mehr als neutral zu bezeichnen. Aber auf das Feedback bauen wir ebenso wie das unserer Vertriebs- und Lösungspartner. Als Bindeglied zwischen Hersteller und Anwender profitieren sie besonders von der Zufriedenheit der Kunden. Ein schneller Umstieg sowie eine leichte Erlernbarkeit der Software spielen dabei eine wichtige Rolle, um schnell produktiv arbeiten zu können. Einen großen Beitrag leistet die auf Windows basierende Oberfläche unserer Produkte, die jedem Anwender eine vertraute Umgebung bietet.  

KEM: Software wird nur gekauft, wenn Zukunftsvertrauen existiert. Welche Sicherheit kann Solidworks den Anwendern geben?

Burk: Solidworks gehört zu Dassault Systèmes, einem großen Konzern, der in vielen Bereichen der Entwicklung, Konstruktion und Fertigung angesiedelt ist. Dahinter stehen langjährige Erfahrungen und umfangreiches Know-how in diesen Marktsegmenten. Jede Marke des Konzerns für sich ist eigenständig, aber um beispielsweise die Entwicklung so effizient wie möglich zu gestalten, werden Synergien optimal genutzt. Ziel ist es, Anwendern Technologien auf höchstem Niveau zu bieten. Dadurch lassen sich Kosten sparen und gleichzeitig neue Wege gehen, die ein Plus an Produktivität sowie zukunftsweisende Entwicklungen hervorbringen. DS Solidworks hat seinen Kunden bewiesen, dass das Unternehmen innovative und intuitiv anwendbare Produkte liefert.  

 

Das Interview führte KEM-Chefredakteur Herbert Neumann 
 

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Unsere Leser haben gewählt: Auf dem 1. Platz unseres KEM Wettbewerbs "Produkt des Jahres Automatisierung 2009" landete der Prüfroboter Riwea des Fraunhofer Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg. Lesen Sie demnächst in unsere Reportage, wie der Roboter Windkraftanlagen inspiziert, indem er sich Meter für Meter an einem Seil nach oben zieht, um die riesigen Rotorblätter nach Rissen und Delaminationen im Material hin zu untersuchen.
Preise gewonnen haben Michael Staffler von IMS Innovationstechnik in Fürstenfeldbruck (Stirlingmotor-Bausatz), Annika Bernstein von SEW-Eurodrive in Bruchsal (Billardtisch) und Hans-Erich Maul von Maul-Konstruktionen in Aachen (Grillkoffer).

KEM gratuliert allen Gewinnern ganz herzlich!

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