Rodriguez GmbH, Eschweiler
KEM vor Ort
15.09.2008 // Interview-
- Gunther Schulz, Geschäftsführender Gesellschafter; Bild: KEM
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(as) Was macht man, wenn man lange genug und sehr autark die Geschicke eines Tochterunternehmens aufgebaut hat und sich der Ruhestand in Sichtweite befindet? Für den Geschäftsführer der bisherigen R. A. Rodriguez GmbH Gunther Schulz war die Antwort auf die Frage ganz klar: Man kauft das Unternehmen. Die Gesellschaft firmiert ab sofort unter Rodriguez GmbH.
KEM: Herzlichen Glückwunsch Herr Schulz. Warum haben Sie nach so vielen Jahren die Firma gekauft?
Schulz: Es gibt zwei Gründe: Wir waren zwar all die Jahre ein amerikanisches Unternehmen, arbeiten aber schon seit unserer Gründung 1984 sehr autark. Es stand beim amerikanischen Gesellschafter ein Generationswechsel an, der eventuell zu nicht in unserem Interesse liegenden Veränderungen hätte führen können. Um das Fortbestehen des Unternehmens und die Arbeitsplätze der momentan 110 Mitarbeiter langfristig zu sichern – auch unter Berücksichtigung der eventuellen Nachfolge meiner vor zehn Jahren geborenen Tochter – wurde mein Entschluss, die GmbH zu erwerben, immer konkreter.
KEM: Welche Ziele verfolgen Sie nun als Eigentümer?
Schulz: Ich kann es mir aus heutiger Sicht nicht vorstellen, mich mit 65 Jahren aus dem Berufsleben zurückzuziehen. Ich baue die Organisation im Moment so auf, dass ein Geschäftsführer für Vertrieb und Technik verantwortlich sein wird, was ich momentan noch selbst übernehme; ein zweiter ist heute schon zu meiner Entlastung für Finanzen und Fertigung zuständig. Dadurch kann ich mich ab sofort wieder verstärkt dem Vertrieb widmen. Technisch beschäftigen wir uns momentan unter anderem mit hochkomplexen Lagern für den Werkzeugmaschinenbereich. Ein Beispiel sind unsere Dreifachzylinderrollenlager RTB. Es gibt Überlegungen, die Tischlager mit integriertem Messsystem anzubieten sowie die Drehzahl von jetzt 300 auf 1000 Umdrehungen pro Minute zu erhöhen. Insgesamt möchten wir langfristig erfolgreich mit unseren Kunden zusammenarbeiten und dabei eine möglichst enge und vertrauensvolle Lieferanten-Kunden Beziehung weiterpflegen.
KEM: Rodriguez ist bekannt für seine Dünnringlager. Was gibt es Neues auf diesem Gebiet?
Schulz: Mit unserem Partner Kaydon konzentrieren wir uns im Moment auf kundenspezifische Anwendungen und entwickeln Dünnringlager kombiniert mit Flansch, mit Verzahnung oder kundenspezifischen Teilen. Der Ausbau des metrischen Programms steht immer noch im Fokus und wird nun verstärkt angenommen. Zudem fertigen wir Hybridlager mit Innen- und Außenring aus Edelstahl und Keramikkugeln. Hier haben wir in letzter Zeit sehr interessante Anwendungen gehabt. Selbstverständlich entwickeln wir auch gemeinsam mit dem Kunden Sonderlager für seine speziellen Anforderungen.
KEM: Gibt es Anwendungen, wo man Überzeugungsarbeit leisten muss?
Schulz: Oh ja! Die Dünnringlager werden sehr häufig bezüglich ihrer Leistungsfähigkeit unterschätzt. Dabei können wir ein Dünnringlager nur dort verkaufen, wo es auch wirklich einen Nutzen bringt, weil es aufgrund des höheren Fertigungsaufwands preislich keine Alternative zum normalen Wälzlager darstellt. Es gibt Beispiele, wo ein Dünnringlager im ersten Moment teuer erscheint und erst beim zweiten Hinsehen kostengünstiger ist. Die Hersteller der Rundstrickmaschinen versuchen wir zum Beispiel schon lange zu überzeugen.
KEM: Welche Neuheiten werden Sie auf der Motek präsentieren?
Schulz: Auf der Motek soll für den rotativen Bereich ein mit Dünnringlagern gelagerter und mit Zahnriemen angetriebener Tisch unsere Kompetenz demonstrieren. Im Linearbereich konzentrieren wir uns in diesem Jahr insbesondere auf den Ausbau unseres Marktanteils im Bereich Linearsysteme. Entsprechend wird das Thema auf der Motek ein Schwerpunkt sein. Wir zeigen eine Auswahl von Linearsystemen unterschiedlicher Führungs- und Antriebsvarianten. Halle 5, Stand 5510
www.kem.de
Dünnringlager KEM 413
Lineartechnik KEM 414

